Liebe Leserin, lieber Leser

Die Auswirkungen der Covid-Pandemie beschäftigen die Krankenversicherer rund drei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie nach wie vor.

Sorgte die grösste Gesundheitskrise nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst für sinkende Leistungskosten, stiegen diese danach umso schneller wieder an. Nebst den hohen Gesundheitskosten sorgten 2023 eine sich abschwä­chende Konjunktur, sinkende Kaufkraft sowie steigende Zinsen für ein heraus­forderndes ökonomisches Umfeld. Den schwierigen Rahmenbe­dingungen zum Trotz: Die CSS präsentiert sich als äusserst robust. Sie schliesst das Geschäftsjahr 2023 mit einem Plus von 39,1 Millionen Franken ab. Es ist bereits das vierzehnte Mal in Folge, dass die CSS schwarze Zahlen ausweisen kann. Die starke finanzielle Basis ist das Resultat einer langfristig angelegten Strategie und einer nachhaltigen Unternehmensführung.

Umsichtige Finanzpolitik

In Zeiten, in denen die Prämienanpassungen überdurchschnittlich hoch ausfallen, ist der effiziente Einsatz der finanziellen Ressourcen besonders wichtig. Die CSS geht mit den Prämiengeldern sehr sorgsam um und weist seit Jahren ausserordentlich tiefe Verwaltungskosten aus. Zu den Prämissen unserer Finanzpolitik gehört, die Rechnungen sorgfältig zu kontrollieren, Missbrauch konsequent zu ahnden und den Aufwand für den eigenen Betrieb gering zu halten. Damit sind wir seit Jahren in der Lage, unseren Versicherten Prämien anzubieten, die tiefer sind als die schweizerische Durchschnittsprämie. Im Berichtsjahr ist es gelungen, die Ausgaben in der Grundversicherung nochmals zu senken: Die Verwaltungskosten liegen bei sehr tiefen 3,9 Prozent. Damit gehört die CSS zu den effizientesten Krankenversicherern der Schweiz, was uns mit Stolz erfüllt.

Viele Versicherte hinzugewonnen

Die im Branchenvergleich attraktive Prämie hat uns ein ansehnliches Versichertenwachstum beschert. Die CSS ist per 1. Januar 2024 in der Grundversicherung um 29 593 Kundinnen und Kunden gewachsen. Auch lagen die Kündigungen unter dem Niveau des Vorjahres. Damit können wir unsere Position als grösster Grundversicherer der Schweiz weiter stärken. Zu verdanken ist dies in erster Linie unseren Kundenberaterinnen und Kunden­beratern in der ganzen Schweiz. Sie sind in 101 Agenturen tätig und stellen die Betreuung der Versicherten auch in Randregionen sicher. Die CSS setzt auf nachhaltiges Wachstum. Das bedeutet, dass wir nicht nur neue Versicherte hinzugewinnen möchten, sondern auch bestehende Kundinnen und Kunden immer wieder von unseren Dienstleistungen und der Servicequalität der CSS überzeugen wollen.

«Seit ihren Anfängen vor 125 Jahren hat sich die CSS zu einem wichtigen Akteur des Schweizer Gesundheits­wesens entwickelt. Die 1,7 Millionen Kundinnen und Kunden stehen stets im Mittelpunkt unseres Handelns.»

– Bernard Rüeger
Wir haben 2023 an sämtlichen Kontaktpunkten grosse Anstrengungen unternommen, um die Kundenbindung – ein wichtiger Pfeiler unserer Strategie – weiter zu stärken. Dies hat sich in einer vergleichsweise tiefen Kündigungsrate niedergeschlagen. Allein im zweiten Halbjahr hatte die CSS insgesamt rund 60 Millionen elektronische, schriftliche sowie persönliche Kontakte mit Kundinnen und Kunden.

Strategie trägt Früchte

2018 haben wir uns als erster Krankenversicherer der Positionierung als Gesundheitspartnerin verpflichtet. Im Berichtsjahr haben wir unsere Strategie einer Überprüfung unterzogen und die Weichen für die nächsten drei Jahre gestellt. Gesundheitspartnerin zu sein, bedeutet für uns, Services mit höchster Qualität und Verlässlichkeit zu erbringen. Wir wollen besser sein als unsere Konkurrenten, wenn es darum geht, unsere Versicherten zu betreuen und ihre Anliegen zu bearbeiten – unkompliziert, persönlich und effizient.

«Eine nachhaltige Strategie und eine verlässliche Finanzpolitik zeichnen die CSS aus. Unsere Versicherten profitieren davon in Form von unter­durchschnittlichen Prämien und zahlreichen attraktiven Gesund­heits­angeboten.»

– Philomena Colatrella

Zusätzlich ergänzen wir unser Kerngeschäft gezielt mit Angeboten rund um die drei Kernbereiche «gesund bleiben», «gesund werden» und «mit einer Krankheit leben». Dazu zählen Gesundheitsleistungen wie die individuelle Patientenbegleitung, die Unterstützung eines gesunden Lebensstils über unser «active365»-Programm oder unser «Health Content». Diese Palette werden wir schrittweise ausbauen. Als Gesundheitspartnerin erleichtern wir schliesslich die Navigation im komplexen Gesundheitssystem. Wir arbeiten auf eine nahtlose Gesundheits- und Versicherungswelt hin, indem wir beispielsweise auf digitale Angebote wie das Kundenportal «myCSS» oder auf Plattformen wie «Well» setzen.

Zusammenarbeit mit Forschungs- instituten und Start-ups

Die CSS verfolgt den Anspruch, ihr Angebot weiter zu verdichten. Wir evaluieren laufend, wo sich Möglichkeiten für eine integrierte, zukunfts­orientierte Gesundheitsversorgung ergeben. Um unseren Versicherten auch in Zukunft innovative Angebote zugänglich zu machen, arbeiten wir eng mit renommierten Forschungs­instituten zusammen und investieren in Start-ups. Unsere Initiativen setzen an drei unterschiedlichen Punkten an. Unser CSS Health Lab haben wir gemeinsam mit der ETH Zürich sowie der Universität St. Gallen ins Leben gerufen, um an digitalen Therapien zu forschen. 2023 sind wir in eine neue Forschungsperiode eingetreten. Ein Schwerpunkt wird das Thema Langlebigkeit beziehungsweise die Früh­erkennung von chronischen Krankheiten sein. Das 2022 gemein­sam mit dem Innovation Park der École Polytechnique Fédérale in Lausanne (EPFL) lancierte Programm «Future of Health Grant» hingegen fokussiert auf die Förderung von jungen Start-ups. Sie erhalten finanzielle Mittel, aber auch Know-how von Partnern aus Forschung und Wirtschaft. Coaching- und Mentoring­programme sollen den innovativen Ideen zur Umsetzungsreife verhelfen. Aus mehr als 180 eingegangenen Bewerbungen wurden 2023 16 Start-ups ausgewählt, die unterstützt werden. Erfolgreich unterwegs ist schliesslich auch die 2020 gegründete SwissHealth Ventures AG. Dieser Venturing Fund unterstützt reifere Start-ups, die bereits erste Erfolge im Markt erzielen konnten. Im Berichtsjahr hat sich die SwissHealth Ventures AG neu an vier Start-ups in den Bereichen Pflege im Alter, Männer­gesundheit und einfacher Zugang zu Labordiagnostik beteiligt.

Kundenzentrierung weiter schärfen

Diese Engagements zielen darauf ab, unsere Kundinnen und Kunden als Gesundheitspartnerin noch besser unterstützen zu können. Auch bei der grundlegenden Überarbeitung unseres Kundenportals «myCSS» stand die Kundenzentrierung im Vordergrund. «myCSS» ist der wichtigste Kontakt­punkt zu unseren Versicherten und wird noch einfacher und intuitiver werden. Zudem wird das neue Kundenportal, das im ersten Halbjahr 2024 zur Verfügung stehen wird, eng vernetzt mit der Gesundheitsplattform «Well», der App «active365», die einen aktiven und gesunden Lebensstil belohnt, und der Angebotsplattform «enjoy365», die Produkte rund um die Gesundheit zu Sonderkonditionen anbietet. Mit dieser Verzahnung stellen wir ein nahtloses Kundenerlebnis über alle Kanäle hinweg sicher.

Im Zeichen des Wahlkampfes

Nahtlos war im Herbst vergangenen Jahres auch die Vermischung von nationalem Wahlkampf und verschiedenen – oft populistisch angehauchten – Vorschlägen, wie die Prämienbelastung der Versicherten gedämpft werden könnte. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Oft setzen sie bei der Finanzierung der Gesundheitskosten an, propagieren Umverteilung oder Scheinlösungen. Allzu gerne ausser Acht gelassen werden die Ursachen der steigenden Gesundheitskosten: Es werden immer mehr Behandlungen durchgeführt, und der technologische und medizinische Fortschritt bringt wirksame, aber auch immens teure Therapien und Medikamente hervor. Die Krankenversicherer sind hierbei Teil der Lösung und nicht Teil des Problems. Die CSS übernimmt seit Jahren Verantwortung und setzt sich auf mehreren Ebenen gegen andauernd steigende Gesundheitskosten ein. Einerseits geschieht dies durch einen sorgsamen Umgang mit den Prämiengeldern, andererseits über das Engagement der CSS in der Gesundheitspolitik. Beispiele dafür sind der neue Arzttarif Tardoc und die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungen (EFAS), für die sich die eidgenössischen Räte im Dezember ausgesprochen haben. Beide Vorhaben gehören zu den wichtigsten Reformen der letzten Jahrzehnte und haben das Potenzial, die Entwicklung der Gesund­heits­kosten zu dämpfen. Gleichzeitig müssen wir laufend darüber aufklären, dass vermeintlich einfache Lösungen – wie etwa die Idee einer Einheitskasse – nicht Antwort auf die komplexe Fragestellung sein können, wie die Kostenspirale gebremst werden kann.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Auch wenn das ökonomische und gesundheitspolitische Umfeld fordernd bleibt: Die CSS darf selbstsicher und optimistisch auf das Jahr 2024 blicken. Wir sind überzeugt, dass wir in neuer Zusammensetzung im Verwaltungsrat und in der Konzernleitung beste Voraussetzungen haben, um mit der CSS weiterhin erfolgreich zu sein. Mit unserem vollständig überarbeiteten Kundenportal, einer verfeinerten Kundenservice-Strategie sowie neuen Produkten, die kurz vor der Lancierung stehen, rücken wir unsere Versicherten 2024 noch mehr ins Zentrum.

2024 wird auch aus einem anderen Grund ein besonderes Jahr für uns werden: Die CSS feiert ihr 125-jähriges Bestehen. 1899 taten sich in St. Gallen sechzig Frauen und Männer zusammen, um sich gemeinsam gegen die Folgen von Krankheit und Unfall abzusichern. Unsere Lebensumstände haben sich seither stark verändert – unser Grundbedürfnis nach Begleitung und Absicherung ist aber dasselbe geblieben. Deshalb haben sich die Werte aus der Gründerzeit tief in der DNA unseres Unternehmens verankert: die Solidarität, das Zusammenstehen, das Partnerschaftliche. Und immer auch der Anspruch, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Wir wollen unseren Versicherten den Zugang zu einer hochstehenden und letztlich auch bezahlbaren Gesundheitsversorgung ermöglichen. Vereint, und immer an der Seite unserer Kundinnen und Kunden, schreiben wir die Geschichte der CSS auch im neuen Jahr fort, im Geiste der Partnerschaft und der Solidarität.

Bernard Rüeger

Verwaltungsratspräsident

Philomena Colatrella

CEO

Berichte

Meilensteine
2023 im Rückblick

Gemeinsame Zeit

Gilles und Joel
Man weiss nie, was als Nächstes passiert: Plötzlich nimmt das Leben eine unerwartete Wendung.
Markus und Karin
Wer das Haus der Familie Oppliger betritt, wird lautstark von Cody, einem Australian Shepherd, begrüsst.
Beatrice und Frau Wagner
Beatrice Schmuki war schon immer sehr engagiert. Anderen zu helfen, liegt ihr im Blut und bereitet ihr grosse Freude.
Alma und Lejla
sind nicht nur Mutter und Tochter – sie sind auch beide an Long Covid erkrankt.
Melanie, Natascha und Ramona
haben oft einen vollen Terminkalender.