– Beatrice mit Frau Wagner

Beatrice und Frau Wagner

Beatrice Schmuki war schon immer sehr engagiert. Anderen zu helfen, liegt ihr im Blut und bereitet ihr grosse Freude.

Als Freiwillige betreut sie Susanne Wagner, die im Altersheim in Amriswil wohnt. Frau Wagner, wie Beatrice sie liebevoll nennt, hatte einen schweren Schlaganfall, ist seither an den Rollstuhl gebunden und kann nicht mehr sprechen. Deshalb malen die beiden oft zusammen. Beatrice ist dankbar dafür, dass sie in ihrem Alter von 76 Jahren noch so ein aktives Leben führen kann.

Beatrice Schmuki war selbständige Buchhalterin. Nun ist sie pensioniert, aber immer noch äusserst umtriebig: Sie gärtnert, bekocht Gäste, geht mit ihrem Hund wandern und hilft als Freiwillige im Altersheim aus. Zu ihren Mitmenschen zu schauen und sie zu unterstützen, gibt ihr ein Gefühl von Zufriedenheit. Daneben ist das Reisen ihre grosse Leidenschaft.

Das ist Beatrice

Beatrice Schmuki war selbständige Buchhalterin. Nun ist sie pensioniert, aber immer noch äusserst umtriebig: Sie gärtnert, bekocht Gäste, geht mit ihrem Hund wandern und hilft als Freiwillige im Altersheim aus. Zu ihren Mitmenschen zu schauen und sie zu unterstützen, gibt ihr ein Gefühl von Zufriedenheit. Daneben ist das Reisen ihre grosse Leidenschaft.

Organisation ermöglicht mehrere Engagements

Beatrice ist ein Mensch mit angeborenem Organisationstalent. Das kommt ihr im Alltag zugute. Sie betreut in St. Gallen eine Frau, die sie häufig zu Spitalterminen begleiten muss. Das erfordert eine gute Zeitplanung, zumal sich Beatrice auch als Freiwillige im Altersheim von Amriswil engagiert. Damit ihre Zeit für alle reicht, plant sie frühzeitig.

Helfen liegt ihr im Blut

Für andere da zu sein, prägte Beatrices Leben von klein auf. Sie ist in einer grossen Familie aufgewachsen. Als Älteste von sieben Kindern hat sie sich oft um ihre Geschwister gekümmert. Als sie noch sehr klein war, hat ihre Mutter das zweite Kind bekommen. Das Baby litt an einem Hirntumor und weinte viel. Die Mutter musste für das kranke Kind da sein und hatte wenig Zeit für Beatrice. Sie wurde geschickt, Erledigungen zu machen, oder musste auf das Baby aufpassen. Möglicherweise ist ihre selbstverständliche Hilfsbereitschaft bereits damals entstanden.

Leere nach dem Tod der Eltern

Während Monaten betreute Beatrice später, abwechselnd mit ihren Geschwistern, ihre Eltern. Bei ihrer Mutter machte sie oft Nachtdienst. Es war für sie eine ermüdende, aber auch dankbare Zeit. Als nach der Mutter auch ihr Vater starb, spürte sie neben Trauer auch eine gewisse Befreiung. Da beide Elternteile unheilbar krank waren, war Beatrice erleichtert, als sie schliesslich «gehen» durften. Danach fühlte sie sich leer. Eigentlich wollte sie sich sofort wieder engagieren, aber sie stand damals kurz vor der Pensio­­nierung und nahm sich dann Zeit für ihre eigene Altersvorsorge. Sie war quasi ausgelastet mit dem Verkauf ihres Hauses und der Umzugsplanung in eine andere Region.

Gut vorbereitet für das Alter

Beatrice hat kein Problem mit ihrer Endlichkeit: Sie ist zufrieden mit ihrem bisherigen Leben. «Ich renne nichts mehr nach, und wenn ich ‹gehen› muss, dann ist es halt so.»

Beatrice hat für diesen Moment mit einer Patientenverfügung vorgesorgt. Und sie hat viele Bekannte in ihrem Umfeld dazu überredet, ebenfalls eine solche und einen Vorsorgeauftrag zu verfassen. Sie hadert damit, dass viele ältere Menschen nicht gerne über diese Themen sprechen. Für Beatrice war der Moment, als alles geregelt war, eine grosse Erleichterung.

Einsatz im Altersheim als Freiwillige

Mit dem Hausverkauf fiel auch die Gartenarbeit weg. Daher hatte sie wieder Kapazität, ein Engagement in ihrem neuen Wohnort Amriswil in Betracht zu ziehen. Zeitgleich suchte das örtliche Altersheim Freiwillige. Beatrice meldete sich. Seither betreut sie Susanne Wagner. Zwischendurch hilft sie auch anderweitig im Altersheim aus, etwa den Bewohnerinnen und Bewohnern beim Essen oder wenn ein Lottomatch ansteht – irgendetwas ist immer los.

Geben ist seliger als nehmen

Zu helfen bereitet Beatrice enorm Freude. Es gibt ihr sehr viel zurück. Nach jedem Besuch im Altersheim geht die pensionierte Buchhalterin zufrieden nach Hause. Da sich die Dankbarkeit, eine Umarmung oder das Strahlen, das sie zurückbekommt, so gut anfühlt, findet Beatrice, sie helfe auch ein wenig aus Egoismus. Zu sehen, dass sie Frau Wagner eine Freude bereitet, motiviert sie immer wieder aufs Neue. Ihr Engagement möchte sie auf keinen Fall missen. Des Öfteren denkt sie auch:

«Möglicherweise muss ich auch mal in ein Altersheim. Dann bin ich vielleicht auch froh um Abwechslung und gemeinsame Momente.»

– Beatrice

Für andere da zu sein, ist so erfüllend, dass Beatrice es allen ans Herz legt.

Nach dem Schock folgt die Zwei­t­mei­nu­ng

Beatrice ist sehr dankbar, dass sie anderen noch helfen kann. Denn sie hätte beinahe auf jedes Engagement verzichten müssen, als sie nach dem Anheben eines schweren Möbelstücks plötzlich unter starken Rücken­schmerzen litt – Diagnose: angebrochene Lenden- und Brustwirbel und zermürbende Schmerzen während mindestens 8 Wochen. Sowohl die Hausärztin, eine Orthopädin, als auch ein Neurochirurg empfahlen als einzige Behandlung eine Versteifung der Wirbelsäule mit Schrauben und Platten. Nach dieser Operation wäre Beatrice zwar schmerzfrei gewesen, hätte sich aber nicht mehr bücken können.

Beatrice war schockiert: «Ein Leben mit einem versteiften Rücken wäre für mich kein Leben mehr gewesen, sondern bloss noch ein Existieren.»

Da Beatrice einen weiteren Arzt hinzuziehen wollte, beantragte sie bei der CSS eine ärztliche Zweitmeinung und erhielt einen Termin in einer speziali­sierten Rückenklinik. Der dortige Neurochirurg bestätigte die havarierten Wirbel und diagnostizierte auch eine Hüftarthrose, welche zu den heftigen Schmerzen beitrug – und empfahl eine Hüftoperation; für eine Versteifung sei es viel zu früh. Nach der erfolgreichen Operation fiel Beatrice ein Stein vom Herzen. Heute empfiehlt sie allen eine Zweitmeinung, wenn Zweifel an der Diagnose bestehen: «Es ist unglaublich wichtig, einen guten Arzt zu haben.»

«In meinem Fall rettete die Zweitmeinung mein gewohntes und geliebtes Leben», betont Beatrice.

Ärztliche Zweitmeinung – Operieren oder nicht? Manchmal braucht es eine neutrale zweite Meinung.
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Nach Rücksprache mit einem CSS-Gesundheitscoach können Sie auch direkt bei der Ärztin oder dem Arzt Ihrer Wahl einen Termin vereinbaren. Ihre Wahl teilen Sie uns anschliessend mit. Dieses Angebot gilt bei Operationen für alle Fachbereiche mit Ausnahme der Onkologie.

Frau Wagner geniesst die ungeteilte Aufmerksamkeit

An den Aktivitäten im Altersheim kann Frau Wagner nur sehr eingeschränkt teilnehmen, weil ein schwerer Schlaganfall ihr Gedächtnis teilweise ausge­löscht hat. Umso begeisterter und dankbarer ist sie, dass Beatrice sich Zeit nimmt, um mit ihr zu malen oder zu spielen. Frau Wagner nimmt dann Beatrice ganz in Beschlag.

«Frau Wagner schätzt es enorm, dass sie mich ganz allein hat, sobald ich da bin.»

– Beatrice

Frau Wagner kommuniziert mit den Händen. Ausserdem kann sie «Ja» und «Nein» sagen. So verständigen sich die beiden. Beatrice fragt Frau Wagner bei ihrer Ankunft zuerst, ob sie im Altersheim bleiben oder nach draussen gehen möchte. Meistens gehen sie dann zusammen einkaufen oder auf den Markt. Im Frühling bewundern sie die Blumenpracht in den Gärten.

«Das Highlight ist, wenn wir in der Stadt jemanden treffen, den sie kennt.»

Wertvolle Freiwilligenarbeit

Wie wertvoll Beatrice für Frau Wagner ist, weiss auch das Aktivierungsteam. Die Bewohnenden in die Aktivierung und Alltagsgestaltung einzubeziehen, gibt ihnen eine Tagesstruktur, ihre Bedürfnisse werden dabei berücksichtigt und ihre Fähigkeiten gestärkt. Auch die Teilnahme an Gruppenaktivitäten gibt ihnen Wertschätzung und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Anita Müller von der Aktivierung: «Die betagten Menschen sind im Altersheim in einem neuen Umfeld, müssen sich ihr Zuhause neu aufbauen. Sie haben zwar ihre Betreuungspersonen, aber zusätzliche Besucherinnen und Besucher wie Beatrice zu haben, finde ich sehr wichtig.»

Die Freiwilligen schenken den Bewohnerinnen und Bewohnern des Altersheims Zeit. Während dieser Zeit können die Bewohnenden die Beschwerden des Alltags vergessen.

Anita Müller über Beatrice: «Ich spüre, dass sie mit Herzblut dabei ist. Mit ihrer herzlichen Art gibt sie sehr viel.»

Anita Müller erzählt, dass ein solches Engagement auch viel Geduld erfordere, aber jeder Moment, den die Freiwilligen schenken, sei Gold wert.

Hilfsbereitschaft tief verankert

Beatrice tut es weh, wenn sie sieht, dass ältere Menschen alleingelassen werden in ihrer Hilfsbedürftigkeit. Deshalb engagiert sie sich und hofft, dass sie das noch lange wird tun können. Lachend meint sie: «Wahrscheinlich würde ich, wenn ich im Altersheim wäre, mich auch noch mit den anderen beschäftigen und zusammen mit ihnen etwas unternehmen.»

Beatrices Tipps für ein erfülltes Leben

Rede nicht nur von deinen Träumen und Wünschen, lebe sie. Sonst ist es irgendwann zu spät.

Im Alter ist Geselligkeit besonders wichtig, findet Beatrice. Denn sie ist gesund und schützt vor Einsamkeit.

Nimm dir Zeit für dich und deine Mitmenschen. Sei nicht nur für deine Familie da, sondern auch für andere.

Zeit zu verschenken, ist eine dankbare Aufgabe. Es gibt unzählige Möglichkeiten, mitzuhelfen. Halte einfach die Augen offen.

Hol eine Zweitmeinung ein, wenn du an einer Diagnose zweifelst. Einen guten Arzt zu haben, ist unglaublich wichtig und kann dein gewohntes Leben retten.

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